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«Was werd' ich Armer dann sagen. Worte, Gesänge, Stimmen zu den sieben Todsünden nach Brecht/Weill»

, ab 19:30 Uhr

Eine Sprach- und Musikperformance

Die Idee der sieben Todsünden (Faulheit, Stolz, Zorn, Völlerei, Lust, Gier und Neid) sind die Antipoden des guten, weil korrekten Lebens. Als tägliche Dämonen attackieren sie ständig unser anständiges Verhalten, resp. stellen unser Handeln infrage, indem sie uns ein schlechtes Gewissen einbläuen.

«Was werden wir nur unseren Kindern sagen?» Diese rhetorische Frage aus der Zeit der Friedens- und Ökobewegung in den 1970er und 80er-Jahren verwies auf die möglichen Konsequenzen von Kaltem Krieg und Umweltzerstörung sowie auf die diesbezügliche Verantwortung der damaligen Generation. Im Grunde genommen handelte es sich dabei um die säkularisierte Frage des Hymnus «Dies irae» (Tag des Zorns), der bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts in der katholischen Totenmesse gesungen wurde: «Was werd’ ich Armer dann sagen?» Die einstige Rechenschaft vor Gott beim Jüngsten Gericht wird zur diesseitigen Rechenschaft gegenüber der nächsten Generation. Beiden gemeinsam ist die apokalyptische Dimension.

Die beiden selbsternannten Wanderprediger und Bänkelsänger Reto Friedmann/Oliver Augst haben sich darauf spezialisiert, historische Texte zu aktualisieren und deren Bissigkeit noch zu akzentuieren. So werden den Todsünden nicht einfach Tugenden entgegengesetzt, sondern eher ein Fragenkatalog mit Wortkaskaden, der seinerseits zur Einsicht zwingt.

Veranstaltungsort

Tigerfinklifabrik
Steinerstr. 16
8253 Diessenhofen
Lageplan

Allgemeine Angaben

Kontaktperson: Fritz Franz Vogel
Tel. 044 780 07 51
info@ggdkultur.ch
https://www.ggdkultur.ch

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Kosten

freier Eintritt

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