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Sehenswürdigkeiten

Diessenhofen

Einen kurzen Abriss der Stadtgeschichte finden Sie auf hier.

Mittelalterliche Altstadt

Diessenhofen ist ein malerisches Städtchen, das im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz aufgenommen ist. Stattliche Bürgerhäuser und weitere historische Bauten sowie verwinkelte Gassen prägen das Erscheinungsbild der mittelalterlichen Altstadt, die übrigens die grösste im Kanton Thurgau ist. Diessenhofen besitzt seit 1178 das Stadtrecht. Wer dem Rheinufer oder der alten Stadtmauer entlang spaziert, entdeckt immer wieder Originaldetails aus der Kyburgerzeit.

Tourismus Diessenhofen bietet allgemeine Altstadtführungen und spezielle Themenführungen zur Geschichte des Städtchens an: Die Daten zu den öffentlichen Führungen und unser Angebot findet man auf "Stadtführungen".

 

Siegelturm

Der Vorgänger des Siegelturms schützte den östlichen Zugang der Stadt. 1545 wurde der jetzige Siegelturm durch Martin Henseler aus Stein am Rhein gebaut. Der Turm diente bereits im 16. Jahrhundert der Aufbewahrung von Urkunden und des Stadtsiegels. 1851 verhinderte Diessenhofen den Abbruch des Siegelturmes durch das kantonale Strassen- und Baudepartement. Um die Durchfahrt zu erhöhen und dem Bauwerk ein "gefälligeres Aussehen" zu geben, wurde 1863 der Torbogen um einen Meter erhöht. Das Schlagwerk der Turmuhr ist eine echte Rarität: Es wird nach wie vor von Gewichten bewegt, die täglich aufs Neue von Hand hochgezogen werden müssen. Auf dem zweiten von vier Böden des Turms (und nach 48 Stufen) steht ein Kasten mit den Aufziehmechanismen für die kleine und die grosse Glocke. Es ist das dritte Werk seit dem Bau des Turms, stammt aus dem Jahr 1879 und funktioniert noch immer einwandfrei. Die Turmuhr selber wird elektronisch betrieben. Infoblatt PDF

Stadtkirche

Am 24. März 757 schenkte der Priester Lazarus das Diessenhofer Gotteshaus dem Kloster St. Gallen. Sie ist die erste urkundlich bezeugte Kirche des Kantons Thurgau und besitzt auch die ältesten ergrabenen Kirchenfundamente. Um das Jahr 1200 bekam die noch junge Stadt ein rund dreimal grösseres Gotteshaus. Die romanische Anlage ist in wesentlichen Teilen im heutigen Bauwerk erhalten. Nach dem verheerenden Stadtbrand im 14. Jahrhundert wurde die brandgeschatzte romanische Basilika in eine gotische Staffelhalle umgebaut. Der rekonstruierte Kirchenraum aus dem späten 14. Jahrhundert ist die einzige durchgehende Staffelhalle der Schweiz und ist auch in einem weiteren Umkreis eines der frühesten Gotteshäuser dieser Art.

Rathaus

Von einem eigentlichen Rathaus ist erstmals 1415 die Rede. Um 1470 liess die Stadt einen Neubau an der heutigen Stelle errichten. Am 17. April 1760 beschloss der Rat das ehemalige Gebäude abzubrechen und einen Neubau zu erstellen. Gebaut wurde nach einem Modell von Christian Schneller. Mit wenigen Ausnahmen waren am Projekt nur Diessenhofer Handwerker beteiligt. 1833/1834 wurde das Haus renoviert. Dabei wurden zwei eiserne Öfen im Rathaussaal installiert. 1881 wurde im nordwestlichen Teil ein Schullokal eingerichtet, welches 1929 zu Gefängniszellen ausgebaut wurde. 1988/89 wurde das Rathaus komplett umgebaut, neue Büros eingerichtet und das Dachgeschoss ausgebaut.

Oberhof

Der schlossartige Oberhof mit seinem markanten Turm und seinen Treppengiebeln prägt das Stadtbild sowohl an der Hintergasse als auch rheinseitig. Der stattliche Bau steht an der höchsten Stelle
der Rheinböschung. Zusammen mit dem Rathaus und den Häusern zur Höll (Rathausgasse 18/20) markiert er den Übergang von der geschlossenen Nordzeile der Gründungsstadt (12./13. Jahrhundert) zur jüngeren Vorstadt (ab 14. Jahrhundert).
Laut schriftlichen Quellen und baulichen Befunden entstand der Bau um die Mitte des 14. Jahrhunderts. Die ersten Besitzer gehörten zur Familie der Truchsessen vom Unterhof. 1518 ging das Gebäude an Albrecht von Breitenlandenberg über. In jener Zeit erhielt der Bau seinen schlossähnlichen Charakter mit Treppenturm. Dieser steht seltsamerweise nicht rechtwinklig zur Südfassade, sondern ist leicht schräg nach Südwesten ausgerichtet.

Rheinbrücke

Die erste gesicherte Nachricht über die Rheinbrücke ist in einem Privileg Herzog Albrechts von Österreich vom 1292 enthalten. Mit den Einnahmen aus dem Brückenzoll wurde der Unterhalt des Rheinüberganges und der Zöllner besoldet. Zusammen mit dem Schifffahrtszoll (Rheinzoll oder Durchzoll) ab 1460 war dies eine wichtige Einnahmequelle der Stadt. In der Nacht vom 8. zum 9. Oktober 1799 setzten russische Soldaten der Armee Korsakow auf ihrem Rückzug die Brücke in Brand. Die Bauzeit der jetzigen Brücke dauerte von 1814 bis 1816. Am 7. Dezember 1816 wurde die Bauabrechnung von 25871 Gulden genehmigt. Das Eigentum an der Brücke wurde 1869/1872 von der Bürgergemeinde auf die Stadtgemeinde übertragen. 1944 bombardierten amerikanische Piloten den nördlichen Brückenkopf. Die letzten Renovationen wurden 1996 (Oberbau und Fahrbahn) und 2002 (Brückenpfeiler) abgeschlossen.

Schwaderloch

Seine wichtigsten Akzente erhielt das Schwaderloch, dessen Name 1657 belegt ist, im 16. Jahrhundert, als die beiden monumentalen Amtshäuser gebaut wurden. Der Zwischenbereich entwickelte sich im 17. und 18. Jahrhundert zu einem intensiv genutzten Gewerbegebiet mit Färbereien, Gerbereien und einer Badstube. Um 1900 verlagerte sich der industrielle Schwerpunkt in andere Gebiete, und die Fabrikationsgebäude an der Rheinmauer machten einer Promenade Platz.

Oberes bzw. Hinteres Amtshaus

Der Bau des Oberen Amtshauses wurde 1558 durch das Augustinerkloster Kreuzlingen begonnen. Nach langem Unterbruch wurde der Bau 1586 durch das Benediktinerkloster Petershausen bei Konstanz vollendet. Im frühen 19. Jahrhundert richteten Heinrich Hanhart (1784–1854) und Johann Conrad Huber (1788–1871) im Gebäude eine «Rotfarb und Cattundruckerei» ein. Hier wurden «Indiennes» (bunt bedruckte Baumwolltücher) für eine weitreichende Käuferschaft hergestellt. Seit 1961 beherbergt das Obere Amtshaus auf drei Etagen das Museum kunst + wissen. Das Museum umfasst drei Etagen und zeigt pro Jahr drei bis vier Wechselausstellungen.

Hänkiturm

Dieser Turm wurde 1391 als Geschützstellung direkt am Rhein gebaut. Ab 1616 diente er als Gefängnis. Ein Gerichtsurteil von 1667 bezeichnet ihn als "därris". Der Name kommt vom mittelalterlichen Begriff "tarraz/terraz" (Mauer, Bollwerk).
Der Armbrusterturm behielt bis um1800 den Namen Thärris und seine Funktion als Gefängnis. 1828 erwarb Heinrich Hanhart den Turm, stockte ihn auf und richtete für seine Stofffärberei eine hölzerne "Tröcknestube" mit Kragdach ein. Nachdem das Gebäude seit 1880 leer gestanden war, wurde es 1947 durch die Stadt restauriert.

Vorderes bzw. Unteres Amtshaus (Toggenburgerhaus)

Seit 1370 hatten der Dekan und das Domkapitel Konstanz in Diessenhofen Bürgerrecht. 1516 beschloss das Domkapitel eine neue Behausung bei der Scheune am Rhein zu bauen. 1518 bewilligte die Stadt den Neubau auf der Ringmauer am Rhein und stimmte insbesondere dem Vorhaben zu, ein grosses Tor durch die Wehrmauer zu brechen, damit die Frachten direkt vom Fluss in die Keller des Amtshauses transportiert werden konnten. Um 1800 kam die Liegenschaft in Privatbesitz und 1813 an Johann Caspar Toggenburger, der hier eine Blaufärberei einrichtete. Seit die Familie Toggenburger in den 1880er Jahren das Färbereigewerbe aufgegeben hat, dient das Vordere Amtshaus, auch Toggenburgerhaus genannt, als Wohngebäude.

Unterhof

Im Jahre 1294 ist das Ministerialgeschlecht der Truchsessen von Diessenhofen erstmals als Besitzer des Unterhofes nachweisbar, als "in der truchsessen hof Herrn Johannes" eine Urkunde bezeugt wurde. Es ist anzunehmen, dass dessen Vater Heinrich, 1247 erstmals als "dapifer de diezinhovin" genannt, auch schon im Besitz der Burg war. Die ältesten datierten Balken der Anlage haben ein Schlagjahr 1186 und sind heute noch als abgesägte Stummel im Treppenhaus zu besichtigen. Im 15. Jahrhundert wurde die Burg verpfändet. 1460 löste die städtische Bürgerschaft das Pfand ein und wurde Besitzerin des Unterhofs. 1474 übernahm Ritter Johannes von Randegg die Burganlage. 1724/25 kaufte die Stadtobrigkeit die Gebäulichkeiten zurück und richtete darin Mietwohnungen ein. Um 1840 betrieb Dr. Johann Brunner eine Augenklinik im Unterhof. 1989 kam die Liegenschaft an die Winterthur-Versicherungsgesellschaft, die hier während rund 25 Jahren ein Schulungszentrum betrieb. 2016 ging die Anlage an einen privaten Eigentümer über.

 
 
Eine Auswahl von Funden ist im Restaurant Unterhof ausgestellt.

Willisdorf

Willisdorf wurde 846 erstmals urkundlich erwähnt. Fast alle Willisdorfer Güter, die das Kloster St. Gallen vom Frühmittelalter an besessen hatte, übernahm nach 1246 das Kloster St. Katharinental. 1460 ging die hohe Gerichtsbarkeit von der kyburgisch-habsburgischen Verwaltung an die Stadt Diessenhofen über. Vom 16. Jahrhundert bis 1798 hatte sie auch die niedere Gerichtsbarkeit inne.
Von 1812 bis 1999 gehörte die Ortsgemeinde Willisdorf mit St. Katharinental zur Munizipalgemeinde Diessenhofen, seit 2000 ist Willisdorf Teil der politischen Gemeinde Diessenhofen. Die evangelische Bevölkerung war während Jahrhunderten nach Basadingen kirchgenössig, mit Ausnahme des Kundelfingerhofs, der kirchlich zu Schlatt gehörte, während die katholische Bevölkerung dem Kloster Paradies unterstanden.

Kapelle St. Sebastian

Die Kapelle St. Sebastian stammt vermutlich aus dem 12. oder 13. Jahrhundert. Zwischen 1966 und 1971 wurde sie umfassend restauriert. Die Kapelle weist ein durch einen Chorbogen vom Laienbereich abgegrenztes, rechteckiges Altarhaus auf.

Mühle Willisdorf

Diese Mühle wurde bereits 1263 erstmals urkundlich erwähnt und existiert bis heute – ein bemerkenswertes Relikt der regionalen Wirtschaftsgeschichte. Seit 1857 befindet sie sich im Besitz der Familie Bachmann. 1948 wurde sie elektrifiziert und im Laufe der Zeit funktional weiterentwickelt. Der Mühleladen verkauft  Backmehle und Zutaten, Saatgut und Futtermittel (offen Mo-Fr: 07:30-12:00  /  13:00-17:30 Uhr). Eine persönliche Betriebsbesichtigung ist auf Anfrage möglich.
Kontakt und weitere Informationen: muehle-bachmann.ch

Ehemaliges Kloster St. Katharinental

Das ehemalige Dominikanerinnenkloster wurde unter Graf Hartmann IV. von Kyburg gegründet und war während des Hochmittelalters ein spirituelles Zentrum. (ausführliche Informationen zur Geschichte des Klosters findet man im Historisches Lexikon der Schweiz). 1869 wurde der Klosterbetrieb aufgehoben und die Anlage als kantonales Kranken- und Greisenasyl (heute Reha-Klinik) genutzt.

Die Klosterkirche St. Katharinental ist eine herausragende Schöpfung des süddeutschen Barock, 1732-1734 von Johann Michael Beer erbaut, und beherbergt eine bedeutende Orgel aus der Erbauungszeit. Die Kirche wurde 2005-2007 sorgfältig restauriert. Wie die ganze Klosteranlage ist das Gotteshaus Eigentum des Kantons Thurgau. Das ehemalige Kornhaus beherbergt das Schaudepot St. Katharinental, welches auf vier Etagen die volkskundliche Sammlung des Historischen Museum des Kantons Thurgau beherbergt.

Für Informationen betreffend der Besichtigung von Klosterkirche und Schaudepot sowie weiterer musealer Einrichtungen in Diessenhofen und Umgebung verweisen wir auf die Unterseite "Kulturhistorische Sammlungen".